Lichtsetup planen, bevor das erste Stativ steht
Ein Porträt im Rembrandt-Licht, geplant am Schreibtisch: Aufbau in echten Maßen, Lichtkarte in Blenden, Blick in 3D, gerendertes Probebild und Packliste.

Am Set kostet jede Umstellung Zeit, und das Model wartet. Wer den Aufbau vorher plant, kommt mit einem Plan und der richtigen Ausrüstung an. In Pachurros geht das mit dem Lichtdiagramm, auf einer Seite oder als Karte auf dem Board. Am Beispiel eines Porträts im Rembrandt-Licht, mit Octabox, Striplight und Reflektor.
Mit Skizze
- Ein Foto vom Whiteboard oder eine Zeichnung auf Papier
- Abstände und Höhen nach Gefühl
- Wie hell es wo wird, zeigt erst die Probeaufnahme
- Was mit muss, steht auf einem anderen Zettel
Mit dem Lichtdiagramm
- Leuchten, Former und Set in echten Maßen
- Höhe, Neigung und Abstand zur Person stehen dabei
- Die Lichtkarte zeigt vorab, wie hell es wo ist
- Die Legende ist zugleich die Packliste
Den Aufbau in echten Maßen
Ein leeres Diagramm bietet Mit Vorlage starten an, etwa Rembrandt, Clamshell oder High-Key; jede Vorlage sagt in einem Satz, was sie bewirkt. Neue Elemente setzt du über das + unten rechts oder per Doppelklick genau an die Stelle, wo sie stehen sollen. Das Diagramm rechnet in Metern: Raster im Halbmeter-Takt, Maßstab unten links, und am Element stehen Leistung und Höhe.
Ein Klick auf eine Leuchte öffnet den Inspektor. Dort stellst du ein, was man am Set auch dreht: Größe, hier eine Octabox mit 150 cm, Helligkeit in Drittelblenden, Höhe und Richtung mit einer kleinen Seitenansicht, dazu Lichtfarbe und Aufsatz. Auf Person richten dreht die Leuchte zum Model.

Probier es selbst. Das Diagramm unten ist echt: Leuchten ziehen, antippen, drehen. Über das Regler-Symbol schaltest du die Lichtkarte ein, oben links wechselst du in die 3D-Ansicht. Gespeichert wird hier nichts.
Die Lichtkarte zeigt, wie hell es wo ist
Mit der Lichtkarte werden aus den Lichtkegeln Linien im Abstand von einer Blende, gemessen auf Gesichtshöhe. Die 0 ist das Motiv, jede Linie weiter außen eine Blende weniger. Gerechnet wird mit dem Abstandsgesetz und mit Schatten: Flags, Wände und Menschen stehen in ihrer Höhe im Weg, und ein Reflektor gibt nur zurück, was er selbst abbekommt.

Die Legende nennt dazu den Kontrast im Gesicht, hier 2,0 : 1, also eine Blende zwischen Licht- und Schattenseite. Bei jedem Licht steht, was es am Motiv gegenüber dem Hauptlicht bringt: die Kante −1,4 Blenden, der Reflektor −3,9.
Im Raum ansehen und rendern
Oben links wechselst du in 3D. Der Aufbau steht dann als Raum da: eine Gliederpuppe als Motiv, jede Leuchte in ihrer Bauform auf einem Stativ in der eingestellten Höhe. Im Rundblick drehst du frei, unter Kamera siehst du durch die gesetzte Kamera, mit ihrer Brennweite.

Rendern rechnet daraus ein Bild mit echtem Licht: Die Octabox leuchtet als Fläche, Schatten werden weich nach ihrer Größe, und die Aufhellung kommt wirklich vom Reflektor. Nach 64 Durchgängen ist es fertig, Verfeinern rechnet weiter, Bild sichern speichert es als PNG. Für das Moodboard oder den Brief ist das ein ehrliches Probebild, bevor ein Stativ steht.

Vom Diagramm zur Packliste
Die Legende unter dem Diagramm listet die Leuchten nummeriert, mit Former, Leistung, Höhe und Abstand zum Motiv. Kopieren legt sie als Text in die Zwischenablage, für den Call Sheet oder eine Mail. Verbindest du im Inspektor unter Genaue Werte → Gerät ein Gerät aus deiner Equipmentliste, steht in der Legende die Leuchte, die wirklich mit muss.

Vorlage wählen
Mit Vorlage starten, etwa Rembrandt. Der Aufbau steht in Sekunden.
Anpassen
Größe, Leistung, Höhe und Richtung im Inspektor, so wie am Set.
Licht prüfen
Lichtkarte und Kontrast zeigen, ob die Schattenseite passt.
Probebild rendern
In 3D durch die Kamera sehen und rendern.
Mitnehmen
Legende kopieren und den Plan am Handy öffnen.
Titelbild: Arif Dalkiran / Unsplash. Lea und das Studio sind erfunden.

